Sonntag, 3. März 2013

Frühlingsgefühle

Kaum sieht man die ersten Sonnenstrahlen, schreibt vermutlich jeder Blogger einen Beitrag zum Thema Frühling...nun...ich auch ;-)

Momo merkte wohl schon am Montag, dass sich da in Sachen Frühling was anbahnt. Sie war übermütig. Nein, das stimmt nicht ganz, sie war EXTREM mega-super-über übermütig!
Schon tagsüber auf der Koppel spielte sie "Wildsau", indem sie bockend und tobend und rennend ihrer Lebensfreude Ausdruck verlieh. Außerdem hat sie es auch mal wieder geschafft, sich von oben bis unten mit Matsch einzucremen. Den Zaun hat sie zwar ganz gelassen, aber ohne eine kleine (zum Glück harmlose) Schramme gings dann doch nicht.

Als ich Abends in den Reitstall kam und die Stallbesitzerin mir ungläubig von Momos Energieausbruch erzählte, dachte ich: "Oh wie schön, dann ist sie ja jetzt ausgelastet und ich kann in Ruhe reiten"
...Pustekuchen! Nachdem ich tatsächlich 40 Minuten "in Ruhe reiten" konnte, hatte die Kleine nochmal einen Energieschub. Das zeigte sich so, dass sie vorsichtig auf der Stelle vor sich hinbuckelte, bis Frauchen sich entschied, lieber mal schnell abzusteigen und dem armen Pferd endlich den gewünschten Renngalopp zu gönnen. Nach weiteren 15 Minuten toben war Momo dann aber endgültig müde =).


Heute gab es dann wirklich die ersten frühlingshaften Sonnenstrahlen und Momo hat einiges an Haaren gelassen. Hoffentlich bleibt es jetzt mal eine Zeit lang so schön.

Sonntag, 3. Februar 2013

Longieren

Durch das viele Training hat Momo einiges an Muskelmasse zugelegt. Das führte leider wiederum dazu, dass der Sattel nicht mehr optimal passte. Der Sattler war bestellt, allerdings bis dahin noch 2 Wochen Zeit...Zeit, um mal wieder an unserer Longenarbeit zu feilen.
Da ich generell eine begründete Abneigung gegen jegliche Art von sogenannten "Hilfszügeln" pflege, und da "herkömmliches" Longieren ohne vernünftige Haltung des Pferdes schädlich für Sehnen und Gelenke ist, ist es notwendig, dass ein Pferd lernt, wie es gesund und effektiv auf einem Kreis laufen kann. Das kann ein Pferd nämlich nicht von Natur aus, auch wenn viele Besitzer und Trainer, ja sogar Pferdewirtschaftsmeister ihre Pferde so behandeln, als könnten sie es.
Bis ein Pferd das kann, ist es ein langer Weg und ich muss zugeben, dass ich, bevor ich Momo kaufte, auch nicht wusste, wie ich das einem Pferd erklären kann. Aber durch Momo musste ich "andere" Wege gehen, und so fand ich schließlich zum Glück den Longenkurs  und damit eine präzise Anleitung zum anatomisch sinnvollen und pferdegerechten Longieren.
Nach nun fast einem Jahr üben, mit natürlich vielen Zwangspausen, kann ich endlich sagen, dass Momo gelernt hat, sich zu 90% gesund und in schöner Haltung auf einem Kreis zu bewegen. Im Schritt und im Trab läuft sie leicht gebogen in Dehnungshaltung und Arbeitshaltung an der Longe und auch der Galopp wird immer besser.
So ist longieren eine sinnvolle Ergänzung mit gymnastizierender Wirkung zur Bodenarbeit und zum Reiten. Und dabei alles andere als langweiliges "im Kreis rumlaufen". Es gibt so viele Möglichkeiten, z.B. Zirkel verkleinern und -vergrößern, Kehrtvolten, Übergänge, Stangenarbeit, Arbeit mit Dualgassen, Seitengänge (daran arbeiten wir noch ;-)) und sogar Slalom im Schritt und Trab.
Es macht so viel Spaß, wenn man die Fortschritte sieht!

Gestern war dann der Sattler da und es gab glücklicherweise eine recht kostengünstige Möglichkeit, meinen Sattel wieder passend zu machen. Ab morgen werde ich wieder mehr Reiten können, allerdings haben Momo und ich durch die 2 Wochen vermehrter Longenarbeit auch soviel Spaß am Longieren, dass wir auch das wieder öfter machen werden.

Hoffentlich kommt bald der Frühling, damit wir hier in der schönen Landschaft auch endlich ausreiten können.

Donnerstag, 17. Januar 2013

Meine Website

Ich habe nun auch eine eigene Website: www.pferde-gefuehl.de
Wenn Ihr einen guten Reitlehrer oder Pferdetrainer in der Region Würzburg / Unterfranken sucht, schaut sie Euch gerne mal an. Wer hier mitliest, weiß ja, dass ich "Problempferdeerfahren" bin ;-).
Brave Pferde sind natürlich auch gern gesehen...

Donnerstag, 10. Januar 2013

Reitpferd-Update

Seit unserem Umzug hat sich einiges getan! Momo war seit fast 2 Monaten nicht mehr krank (klopf, klopf, klopf) und wir konnten richtig gut arbeiten.

Unser "Trainingsplänchen" sieht derzeit so aus:

1. Longenarbeit mit Trabstangen
2. Reiten
3. Reiten (manchmal mit Stangen)
4. Frei (Spazierengehen, Quatsch machen ;-))
5. Laufen lassen, evtl mit Freispringen über Cavalettis
6. Longieren
7. Reiten oder Frei

Durch das viele Training und die Stangenarbeit hat sich Momos Bewegungsablauf etwas verbessert, sie tritt mit der Hinterhand schon besser unter, könnte aber meistens noch energischer abfußen. Auch die Vorderbeine schwingen viel elastischer, so dass sie insgesamt raumgreifendere Schritte macht.
Ich reite noch überwiegend in Dehnungshaltung, aber so langsam richtet Momo sich immer mehr auf.
Das ganze sieht dann ungefähr so aus:



An der Longe haben wir viiiiieeeeel galoppieren geübt und das klappt jetzt sogar auch beim Reiten =). Rechts sieht es sogar schon schön aus und links springt Momo in 80 der Fälle richtig an und hält auch schon ein paar Zirkelrunden durch.

Das Schenkelweichen klappt auch, allerdings nur entlang der Bande (?!?...wir müssen unbedingt am "Schenkelgehorsam" arbeiten...). Die Übergänge Trab-Schritt-Trab sind jedesmal beim ersten und zweiten Versuch eine Katastrophe, danach erinnert sie sich aber wieder wie das geht und dann klappt es auch "über den Rücken". Trab-Galopp geht noch gar nicht gut, aber wir arbeiten daran.
Wendungen sind dank der größeren Halle kein wirkliches Problem mehr, allerdings muss ich noch stark an der Biegung arbeiten, damit sie dabei nicht immer so stark nach innen fällt.

Mir ist aufgefallen, dass Momo manchmal stark mit der Zunge spielt, wenn ich reite. Und zwar unabhängig davon, ob ich den Zügel anstehen habe, oder nicht. (Ich hatte zuerst eine zu harte Handeinwirkung meinerseits vermutet, obwohl ich wirklich sehr vorsichtig bin, aber da sie es auch am lockeren Zügel macht, schließe ich das nun aus) Vorwiegend linke Hand. Das muss ich unbedingt beobachten, evtl. muss ein anderes Gebiss her. Oder ein anderer Sattel. (aaaaaaaahhhhhhh nicht schon wieder Geld ausgeben!!!!!!)

Also zusammenfassend die Aufgaben für die nächsten Wochen:
- Biegung verbessern
- Schenkelreaktion verbessern
- Trab-Galopp-Übergänge üben
- An meinem Sitz weiter feilen (ziehe den Absatz zu sehr hoch)
- Spaß haben ;-)


Donnerstag, 13. Dezember 2012

Das neue Zuhause

Momos neuer Stall gefällt uns bisher wirklich sehr gut!
Momo ist entspannt, arbeitet super mit und wir machen auch reiterlich endlich mal wieder Fortschritte.
Hier ein paar Eindrücke:






Momo hat wieder dickes Winter-Teddyfell ;-). Im Hintergrund der riesige Reitplatz, leider zur Zeit festgefroren und zugeschneit...






Die neuen Freunde...Die kleine Scheckstute versteckt sich lieber, sie möchte nicht fotografiert werden =)

Das ist die Reithalle. Sie hat eine normale Größe (20x40), aber da wir bisher nur kleineres gewohnt waren, ist es erstaunlich, wie groß man hier die Wendungen reiten kann.




Freitag, 23. November 2012

Der Umzug

Nun war es endlich soweit, Momo und ich mussten (mit einem lachenden und einem weinenden Auge) umziehen. Und zwar nicht mal eben um die Ecke, sondern ca. 600km von Nord nach Süd...
Schon im Vorfeld war ich mehr als gestresst, da ich lange nach der optimalsten Transportmöglichkeit für Momo gesucht habe. Letztendlich habe ich sie mit der Spedition Jens Müller gefunden. Dabei fuhren außer Momo noch 4 andere Pferde mit einem großen LKW quer durchs Land.

Die Reise startete etwas holprig, denn mein Pferd hatte andere Pläne, als auf diesen LKW zu klettern. Die Rampe war etwas wackelig und ihr daher nicht geheuer. Außerdem standen viel zu viele (männliche) Helfer um sie herum, die es zwar gut meinten, aber mit ihrer etwas ruppigen Art (Männer eben...) und einem absolut falschen Timing alles nur noch schlimmer machten. Irgendwann schaltete sich dann mein Verstand wieder ein, ich drückte meiner Kollegin mein Pferd in die Hand und übernahm selbst die "treibenden Hilfen" von hinten.
---> eine Minute später stand Momo auf dem LKW!
Ich könnte mich selbst ohrfeigen, dass ich nicht früher schon das Kommando übernommen habe, aber ich war viel zu sehr neben der Spur...
"Treibende Hilfen" heißt in diesem Fall mit der Gerte in großen vertikalen Bewegungen zu wedeln, OHNE das Pferd zu berühren. Das kennt Momo, da weiß sie, was zu tun ist.
Einer der Helfer riet mir noch "Hau mal drauf!"Smilie by GreenSmilies.com Das hatte er selbst schon vorher versucht und brachte GAR NICHTS!!! (wen wundert`s?)...was ich ihm dann auch gesagt habe.

So, endlich konnte es dann losgehen. Bei der ersten Pause habe ich nochmal selbst nach ihr geschaut, war aber alles soweit in Ordnung.
11 Stunden später (!) waren wir dann endlich am Ziel und ich konnte meine Kleine wieder in Empfang nehmen. Ich war auf das schlimmste gefasst, aber Momo stieg ganz ruhig, zwar etwas verschwitzt aber nicht in Panik vom LKW, guckte sich um, ging in ihre neue Box und stiefelte schnurstracks zum Heu.
PUH!!!!!! das war ja einfach! Frauchen ist ja sooooooooo erleichtert!!!!!

Jetzt ist sie seit 4 Tagen im neuen Stall und gibt sich ganz cool. Hier und da ist sie zwar noch etwas angespannt, aber eher neugierig als ängstlich. Jetzt muss sie nur noch Freundschaft mit den anderen Pferden schließen, so dass sie nicht mehr alleine raus muss, und dann bin ich zufrieden. Morgen werde ich mal den ersten Reitversuch starten.


Montag, 15. Oktober 2012

Schlechtes Wetter

Momo ist ein schön-Wetter-Pferd!
Ursprünglich habe ich mal die Einstellung vertreten, dass mein Pferd robust gehalten werden soll.Solange es kalt und trocken ist, und nicht allzu windig, geht das auch. Doch sobald es nasskalt und windig ist, möchte Momo lieber rein...

Anfangs dachte ich, sie soll sich mal nicht so anstellen und wird sich schon daran gewöhnen, bei jedem Wetter draußen zu sein. Aber NEIN, Momo möchte bei Schmuddelwetter bitte rein. Das zeigt sie ganz deutlich, indem sie nach wenigen Stunden (oder gar Minuten) am Weidezaun hin-und herrennt, um Aufmerksamkeit zu erregen. Da das nicht sonderlich gut für Ihre Sehnen und Gelenke ist, habe ich ihr immer ihren Wunsch erfüllt und sie wieder in den Stall gelassen.

So lange in der Box zu stehen ist aber auch wiederum nicht gut für ein Pferd. Also habe ich nach einigem ausprobieren jetzt folgenden Kompromiss gefunden:
Im Sommer steht Momo Tag und Nacht draußen in ihrer Herde. Wenn es mehrere Tage am Stück regnet, darf sie mal über Nacht in den Stall oder bekommt eine Regendecke um.
Im Herbst und Winter steht sie nachts im Stall und tagsüber mit Decke auf der Weide bzw. auf dem Paddock. Natürlich auch in einer kleinen Herde. Wenn kein Gras mehr zum knabbern wächst, bekommt sie zwischendurch etwas Heu und Stroh.
An kalten Tagen behält sie auch im Stall die Decke auf, denn wenn es ihr kalt ist, mag sie weder geputzt werden (das geht dann ÜBERHAUPT NICHT) und auch Reiten kann ich dann vergessen. Sie ist dann so verspannt, dass sie sehr deutliche Abwehrreaktionen zeigt...sie buckelt schon kurz nach dem Aufsteigen. Zwar nicht so, dass ich davon runterfallen würde, aber es zeigt doch, dass der Sattel und mein zusätzliches Gewicht ihr mehr als unangenehm sind.

Aber auch hier finde ich nicht, dass Momo ein "unberechenbares, verrücktes Vollblut" ist, sonder im Gegenteil, sie ist sehr berechenbar und ich kann sie mittlerweile ganz gut einschätzen. Ich versuche immer, ihr zuzuhören und auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Dadurch schaffe ich es, mit einem motivierten und (hoffentlich) zufriedenen Pferd zu arbeiten. Das macht sehr viel Spaß, Momo ist die Beste! Smilie by GreenSmilies.com