Montag, 30. Juli 2012

Trainingsplan

In den letzten Tagen habe ich bemerkt, dass Momo umso motivierter ist, je mehr Abwechslung ich ihr biete...Das wusste ich natürlich auch schon vorher, aber wetterbedingt und aufgrund der Hallenbelegung konnte ich bisher nur relativ wenig im Programm variieren.
Jetzt aber, wo der Sommer sich auch wirklich mal zeigt, sieht unser Wochenplan in etwa so aus:

Tag 1: Longenarbeit (manchmal mit sogenanntem "Körperband")
Tag 2: Reiten in der Halle
Tag 3: Reiten im Gelände
Tag 4: Longenarbeit auf dem Reitplatz
Tag 5: Pause
Tag 6: Reiten in der Halle
Tag 7: Freispringen und/oder Stangenarbeit
Tag 8: Pause

Manchmal gibts auch einen Tag Pause mehr, je nach Lust und Laune. Momo ist richtig konzentriert bei der Sache und gehfreudig. Vollblüter sind eben wirklich gute "Vielseitigkeitspferde", die einfach auch viel Kopfarbeit brauchen.
Demnächst möchte ich auch auf dem Außenplatz reiten, mir fehlt bisher aber noch das entsprechende Begleitpferd. Außerdem steht auch Stangenarbeit unter dem Reiter auf meinem (zukünftigen) Plan.
Ich bin gespannt, wie sich dieser kleine Trainingsplan im nächsten halben Jahr verändert. Ich werde berichten ;-)

Gestern haben wir uns das erste Mal an den Linksgalopp gewagt. Der Rechtsgalopp klappt manchmal schon ganz gut, zumindest habe ich ein sicheres Gefühl dabei. Linke Hand war es mir erstmal wichtig, dass Momo richtig anspringt und vor allem nicht bockt. Und das hat auch geklappt =)
Danach gab es natürlich wieder gaaaanz viel Lob.
Wir wurden auch wieder gefilmt. Ich muss es noch etwas kürzen, aber dann findet ihr es unter "Videos".

Sonntag, 22. Juli 2012

Jetzt aber!

Momo ist wieder fit! Nach einer 2 wöchigen Pause, in der der kleine Husten schön auskuriert werden konnte, scheint meine kleine Heldin wieder gesund zu sein.
Gestern durfte sie sich erstmal in der Halle frei austoben und heute bin ich sie schon wieder kurz geritten. Momo war wirklich motiviert bei der Sache, schön locker und entspannt. Vermutlich ist es ihr doch zu langweilig, "nur" auf der Weide zu stehen ;-) Glück für mich, es würde ja auch keinen Spaß machen, ein Pferd zu reiten, wenn dieses dazu überhaupt keine Lust hat.

Jedenfalls möchte ich in den kommenden Wochen Versuch Nummer 3 angehen, endlich "voll durchzustarten" in Punkto Pferdeausbildung. Die Voraussetzungen dafür sind gegeben:
Pferd ist motiviert.
Frauchen ist motiviert.
Ein wenig Zeit kann ich mir freischaufeln.
Das Wetter soll gut bleiben (wer`s glaubt ;-)).
Es stehen ausreichend ruhige Pferde als potentielle Begleitung zur Verfügung =).
Sogar der dicke Grasbauch ist weg. (Dafür musste Momo leider etwas hungern...)

Die letzten beiden Punkte sind wichtig, da ich gerne viel ins Gelände reiten und auch bald den Reitplatz nutzen möchte.

Also dann, auf geht`s!
(Ich werde natürlich berichten!)

Dienstag, 10. Juli 2012

Steine im Weg

Leider funktioniert nicht immer alles so, wie man sich das vorstellt.
In der Pferdeausbildung bestimmt immer das Pferd das Tempo, und es war mir schon vor dem Kauf klar, dass es mit Momo ein langer Weg bis zum normalen Reitpferd werden würde. In den letzten Wochen haben wir enorme Fortschritte (und auch ein paar kleinere Rückschritte) gemacht - und nach unserem 1. Galopp und dem 1. Ausritt (siehe Juni-Beiträge) dachte ich, jetzt haben wir es endlich geschafft, die körperlichen Mängel zu beheben und die Psyche zu entspannten und die "normale" Grundausbildung kann beginnen.

Doch leider gibt es jedesmal wenn ich denke: "Jetzt können wir voll durchstarten!" immer wieder kleine und große Steine, die das Vorankommen erschweren:

2 Tage bevor ich Momo von ihrer Vorbesitzerin abholte, hatte ein Weidekollege ihr gegen das Sprunggelenk getreten: 4 Wochen konnte ich eigentlich gar nichts machen, außer Schritt führen. Das war ein schonmal ein schlechter Start. Zum Glück ist aber nichts davon zurückgeblieben!
Im April erst ist Momo mit dem Weidezaun kollidiert (genauer gesagt: Momo hat den Zaun UMGENIETET! es war ein massiver Holzzaun...): 2 Wochen Zwangspause wegen mehreren kleinen und einer großen Wunde. Auch wenn die Pause nur relativ kurz war, mussten wir danach erstmal einen Schritt zurückgehen, bevor wir wieder dort anknüpfen konnten, wo wir vorher waren. (Dabei hatte ich grade das erste Mal Unterricht mit ihr und war stolz wie Oskar, dass ich endlich reiten konnte...)
Jetzt ist Momo mitten im Sommer bei schönstem Wetter krank geworden  Smilie by GreenSmilies.com Sie hustet und hat leichtes Fieber...(Ich glaube es ist eine Nachwirkung der letzten Impfung, die wohl ihr Immunsystem geschwächt hat). Eine "Erkältung" beim Pferd ist nicht weiter tragisch, aber führt mal wieder zu einer Zwangspause. Seit knapp einer Woche hat Momo einen gelben Schein ;-). Morgen versuche ich sie nochmal leicht zu bewegen. Allerdings mache danach ich eine Woche Urlaub, was wiederum Pause für mein Pferdchen bedeutet. (Gut, das bin ich ja selbst schuld...)

So, nun hoffe ich, dass wir nach meinem Urlaub endlich eine laaaaaaaaaange Phase ohne Verletzungen und Krankheiten haben werden und wir wirklich "voll durchstarten" können. Sonst komme ich mit der Planierwalze und mache alle Steine platt !!!! ;-)


Montag, 2. Juli 2012

Der erste Ausritt

Das Wetter war gut, Momo vollgefressen und träge, ein älteres Begleitpferd bereit...ich konnte mich nun also nicht mehr länger ums Ausreiten drücken. Zumal ich ja auch gerne ausreite und meinem Pferdi möglichst viel Abwechslung bieten will. Aber mit dem Wissen im Hinterkopf, dass Momo ein Rennpferd war und möglicherweise auf dumme Ideen kommen könnte, hat meine Angst mich bisher immer noch davon abgehalten, mich ins Gelände zu wagen.

Da wir ja ein "Aufsteigeproblem" haben, sind wir erst in der Halle aufgestiegen. Erstaunlicherweise konnte ich die letzten 3 Male ohne Hilfe aufsteigen!!! =) Danach gings ab in Richtung Gelände:

1. Hürde: An dem Weg zur Koppel (auf der Momos Freundin Hanna wartet) vorbei... -> null Problemo!
2. Hürde: Das erfahrene, ältere Begleitpferd zeigt Nerven und erschrickt andauernd... Momo bleibt ruhig!
3. Hürde: Der erste Trab...Auch hier alles entspannt. Danach war Momo allerdings geringfügig aufgedreht, weshalb wir es bei dem einen Trab belassen habenSmilie by GreenSmilies.com

und dann gings los: Die ersten Regentropfen, mehr Regen, Donner und Blitz, noch mehr Regen...PLATZREGEN...Momo bleibt gechillt, Frauchen somit auch ;-)

So kamen wir nach ca. 40 Minuten völlig durchnässt aber glücklich wieder am Stall an. Natürlich musste ich dann noch Tonnen von Leckerlies in mein Pferd reinschaufeln (...ist ja noch nicht dick genug Smilie by GreenSmilies.com)
Jetzt können die nächsten Ausritte kommen!

Montag, 25. Juni 2012

Spielkind

Ein bisschen Spaß muss manchmal sein.
Gestern hatte ich eigentlich vor, etwas Bodenarbeit nach dem "Longenkurs" mit Momo zu machen. Die Kleine hatte aber andere Pläne:

Ziemlich nass vom Regen musste sie sich erstmal ausgiebigst  im Hallensand wälzen. Nach dem 3. Mal und ihren vorwurfsvollen Blicken, hatte ich dann auch endlich kapiert, dass das lästige Dingda an ihrem Kopf sie dabei stört ;-)
Nachdem sie sich dann ohne Kappzaum auch noch 2 Mal genüsslich gekullert hatte, gab sie mir deutlich zu verstehen, dass sie keine Lust auf arbeiten hat...
Mit gespitzten Öhrchen in meine Richtung mit dem Kopf wackeln heißt: SPIELEN!

Also sind wir gemeinsam kreuz und quer durch die Halle gehüpft, Momo hat jedes kleinste Zeichen zum Galopp dankbar angenommen und die lustigsten Bocksprünge gemacht. Lachende Kinder, der Wind und ein paar Katzen, die ihr sonst nichts ausmachen, wurden zum Schreckgespenst erklärt, die wiederum durch Bocksprünge verscheucht werden mussten :-P

Zum Abschluss konnte ich sie dann doch noch zu etwas "Arbeit" überreden und habe 2 Trabstangen hingelegt, über die sie leicht angeberisch hinweggeschwebt ist. Nachdem sie dabei wirklich sehr motiviert wirkte, habe ich die Trabstangen durch ein Cavaletti ausgetauscht...und siehe da: mein Pferd kann und will springen! Smilie by GreenSmilies.com (Auch entgegen der Aussage der Vorbesitzer, dass sie dazu kein Talent habe...hmpf)

Ich glaube an diesem Tag hatten wir wirklich beide sehr viel Spass miteinander!

Sonntag, 24. Juni 2012

Galöppchen

Nachdem ich die ersten 6 Monate ganz auf das Reiten meines Pferdchens verzichtet habe, mussten wir gefühlt wieder bei 0 anfangen. Da Momo aber schlau ist und schnell lernt, konnten wir mit Hilfe von Ulli schnell zu einem gesunden Laufen unter dem Reiter finden: Schritt und Trab in Dehnungshaltung ist kein Problem mehr, auch wenn es linksherum immer noch viel schwieriger ist, als rechtrum. Ein angedeutetes Aufrichten in eine "Arbeithaltung" klappt auch schon und auch die Schritt-Trab-Schritt - Übergänge schaffen wir jetzt fast immer "über den Rücken". Vor einer Sache hatte ich bisher aber immer noch ziemlich großen Respekt: Einem Rennpferd zu erklären, wie man als Reitpferd galoppiert.

Da mein Stütchen aufgrund ihrer Rasse eine sehr große Galoppade hat, und unsere Halle dagegen ziemlich klein ist, habe ich mich bisher noch nicht an den Galopp getraut.
Ich hatte Angst, dass sie es nicht schafft, mich in der Wendung auszubalancieren und sich dann (wie so oft) mit einigen Bocksprüngen rettet Smilie by GreenSmilies.com
Aber heute hatte ich ein gutes Gefühl, seelischen Beistand von meiner Trainierin und auch Momo war gut drauf, also haben wir es einfach mal versucht. Momo ist heute das erste Mal seitdem sie bei mir ist, mit mir obendrauf galoppiert Smilie by GreenSmilies.com.
Und es hat wunderbar geklappt!... Naja, zumindest besser, als erwartet Smilie by GreenSmilies.com: Momo ist auf Kommando im Rechtsgalopp angesprungen, hat nicht gebockt und sich super wieder zum Trab durchparieren lassen. Auch wenn die Übergänge natürlich noch katastrophal waren, so hatte ich im Galopp selbst ein gutes Gefühl, und nach dem Durchparieren war Momo auch ziemlich schnell wieder zur Dehnungshaltung zu überreden.
Meine Bedenken waren also mal wieder völlig umsonst, aber besser Vorsicht als Nachsicht Smilie by GreenSmilies.com

So, nun seid Ihr auf dem aktuellen Stand unserer reiterlichen Entwicklung. Nur ein passendes Video fehlt noch (Das letzte ist noch von April). Ich hoffe, ich kann bald eines nachreichen...

Dienstag, 19. Juni 2012

Die ersten Schritte in die richtige Richtung

Das Ziel für Momo war klar: Ich wollte sie reiten, so gut wie möglich ausbilden und vielleicht irgendwann mal ein paar kleine Turniere mit ihr starten. Der Weg dahin war mir aber noch nicht so wirklich klar...

Bevor an "Reitpferd" überhaupt zu denken war, mussten erstmal Momo`s physische Zipperlein behandelt werden. Und das waren Einige!
Angefangen bei extrem verspannter Nackenmuskulatur, die den Atlaswirbel immer wieder in die falsche Position gezogen hat, über einen Muskelfaserriss in der Sattellage bis hin zu einer "schiefen Hüfte", lief in Momo`s Körper alles irgendwie quer. Woher die ganzen Probleme bei einem so jungen Pferd herrührten kann ich nicht genau sagen, ich vermute aber, dass ein unpassender Sattel in Verbindung mit einer nicht pferdegerechten Reitweise die Ursache waren.
Meine Osteopathin Jana war unzählige Male da und hat massiert, Blockaden gelöst und mir auch sehr viel beigebracht, damit sie nicht wegen jeder Kleinigkeit wiederkommen muss ;-).
Auch der Tierarzt war da um abzuklären, ob die Verletzung von der Rennbahn bleibende Schäden verursacht hat (zum Glück nicht)

Leider hatte sich Momo schon eine ungesunde Laufweise angeeignet, um sich zu schonen, die es nun nach den ganzen Behandlungen galt, ihr wieder abzugewöhnen und in ein gesundes Laufen umzuwandeln.
Nur wie? Da die Vorbesitzerin sagte, sie lasse sich super longieren, habe ich es zunächst damit versucht, doch ohne den gewünschten Erfolg...Ja, Momo hört auf die Kommados "Schritt", "Trab", "Galopp" aber mit gutem Laufen hatte das nichts zu tun, denn sie schredderte nur so um die Kurve, von Biegung keine Spur, Kopf hoch, Rücken weg...

Durch Jana kam ich dann auf die Internetseite von B. Teschen ("Wege zum Pferd") und lernte dort eine Art des Longierens kennen, die mir sinnvoll und pferdefreundlich erschien. Ich kaufte also den Longenkurs und arbeite seitdem danach. Das brachte endlich die ersten Erfolge! Die richtige Muskulatur baute sich langsam auf, Momo lernt, auch ihr linkes Hinterbein schmerzfrei zu benutzen und weiß, dass "vorwärts-abwärts" zunächst einmal gut für sie ist. Taktfehler hat sie heute so gut wie keine mehr.

Seit ein paar Monaten kann ich sie nun reiten, sie hat einen extra angepassten Sattel und seitdem keinen Sattelzwang mehr. Sie lässt mich in Ruhe aufsteigen und auch die Bocksprünge sind seeehr selten geworden.
Ich habe eine tolle Reitlehrerin gefunden, die mich unterstützt. Durch Ulli bin ich ein wenig von meinem klassischen "FN-Weg" abgekommen und ergänze meine "normale" Reitweise nun mit Elementen von Philippe Karl. Solchen "alternativen Reitweisen" stand ich bis vor Kurzem immer sehr skeptisch gegenüber, die Erfahrung mit Momo zeigt mir aber, dass eine sinnvolle Kombination aus verschiedenen Lehren durchaus zielführend sein kann.
Wir sind also auf dem richtigen Weg, auch wenn ich nicht genau sagen kann, welcher Weg es ist. Es ist eben eine Kombination aus für mich und Momo sinnvollen Bausteinen.

Auf der Seite "Wege zum Pferd" gab es ein tolles Forum, in dem man sich über die Erfahrungen im Longieren und auch im Reiten austauschen konnte. Dort habe ich Tagebuch über Momo`s Fort- und Rückschritte geführt. Leider wurde das Forum nach einem Hackerangriff geschlossen. Da mir das Tagebuch immer sehr geholfen hat, strukturiert zu arbeiten und Dinge nochmal nachzulesen, habe ich mich zu diesem Blog entschieden. Ich hoffe, dass sich mit der Zeit einige Leser finden, die mich mit Anregungen, Lob und Kritik unterstützen werden.